Augusta von Dänemark

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Augusta als junges Mädchen

Augusta von Dänemark (* 8. April 1580 auf Schloss Koldinghus/Kolding; † 5. Februar 1639 in Husum) war als Ehefrau von Johann Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf von 1595 bis 1616 Herzogin von Schleswig-Holstein-Gottorf.

Augusta war eine Tochter des dänischen Königs Friedrich II. und der Sophie von Mecklenburg. Nach dem Tod ihres Vaters 1588 erlangte ihre Mutter eine Zeitlang als Vormund über ihren Sohn Christian IV. Einfluss im königlichen Anteil von Schleswig-Holstein, ehe sie sich, vom Reichsrat verdrängt, 1594 in das säkularisierte Kloster Cismar zurückzog, das als Amt Cismar zum herzoglichen Anteil gehörte. 1595 wurde Augusta die Ehefrau des Herzogs.

Ihre Ehe war durch religiöse Auseinandersetzungen überschattet: Während Johann Adolf dem Calvinismus zuneigte und deshalb 1610 den lutherischen Generalsuperintendenten und Hofprediger Jacob Fabricius durch den reformierten Philipp Caesar ersetzte, besuchte die lutherisch orthodoxe Augusta den Gottesdienst im Schleswiger Dom. Sobald Herzog Johann Adolf 1616 verstorben war, erreichte sie die Entlassung Caesars und die Wiedereinsetzung von Fabricius in sein Amt.

Als Witwe hatte sie nur in der kurzen Zeit bis zur Mündigkeit ihres Sohnes Friedrich III. politischen Einfluss. Zur Versorgung dienten ihr das Amt Trittau und einige Harden an der Westküste mit dem Schloss vor Husum, das ihr als Witwensitz zugestanden wurde und das sie auch schon vorher regelmäßig bewohnt hatte und nun prachtvoll ausstattete. Als Hofprediger stellte sie Fabricius’ gleichnamigen Sohn an. Auf Schloss Reinbek, das ebenfalls zu ihrem Wittum gehörte, weilte sie nur gelegentlich, ließ aber verschiedene Ausbauten wie eine Schlosskapelle vornehmen. Um ihr mütterliches Erbe führte sie einen bitteren Streit mit ihrem Bruder.

Obwohl Augusta selbst der lutherischen Orthodoxie anhing, hielt sie doch stets eine schützende Hand über Anna Ovena Hoyers, der Witwe des Staller Hermann Hoyer, die sich bei der Geistlichkeit als Sektiererin verdächtig gemacht hatte. 1632 kaufte sie der verschuldeten Anna Ovena ihr Herrenhaus Hoyerswort ab und vermittelte sie an Maria Eleonora von Brandenburg, die schwedische Königin.

  • Friedrich III. (* 22. Dezember 1597; † 10. August 1659), Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf
  • Elisabeth Sofie (* 12. Dezember 1599; † 25. November 1627); ⚭ Herzog August von Sachsen-Lauenburg
  • Adolf (* 15. September 1600; † 19. September 1631)
  • Dorothea Auguste (* 12. Mai 1602; † 13. März 1682); ⚭ Herzog Joachim Ernst von Schleswig-Holstein-Plön (1595–1671)
  • Hedwig (* 23. Dezember 1603; † 22. März 1657); ⚭ Pfalzgraf August von Sulzbach
  • Anna (* 19. Dezember 1604; † 20. März 1623)
  • Johann (* 18. März 1606; † 21. Februar 1655)
  • Christian (* 1. Dezember 1609)
 
 
 
 
 
König Friedrich I. (1471–1533)
 
 
 
 
König Christian III. (1503–1559)
 
 
 
 
 
Anna von Brandenburg (1487–1514)
 
 
 
König Friedrich II. (1534–1588)
 
 
 
 
 
 
Magnus I. von Sachsen-Lauenburg (1470–1543)
 
 
 
Dorothea von Sachsen-Lauenburg (1511–1571)
 
 
 
 
 
Katharina von Braunschweig-Wolfenbüttel (1488–1563)
 
 
 
Augusta von Dänemark
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Albrecht VII. Herzog zuMecklenburg, (1486–1547)
 
 
 
Ulrich von Mecklenburg (1527–1603)
 
 
 
 
 
Anna von Brandenburg (1507–1567)
 
 
 
Sophie von Mecklenburg (1557–1631)
 
 
 
 
 
 
 
 
König Friedrich I. (1471–1533)
 
 
 
Elisabeth von Dänemark (1524–1586)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Sophia von Pommern (1498–1568)
 
 

Durch innerfamiliäre Heiraten ist König Friedrich I. – mit Frauen aus zwei verschiedenen Ehen – gleich zweifach Urgroßvater von Augusta.