Dienstgrade des österreichischen Bundesheeres

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Das österreichische Bundesheer der Zweiten Republik kennt 21 Dienstgrade (die Angabe der Truppenteile beim Rockkragen bezieht sich auf die Waffenfarbe).

Für Beamte des militärischen Dienstes ist der Amtstitel „Militärperson“ vorgesehen. Zusätzlich sind festgesetzte militärische Dienstgrade als Verwendungsbezeichnung zu führen. Beamtinnen führen die Amtstitel und die Verwendungsbezeichnungen, soweit dies sprachlich möglich ist, in der weiblichen Form. Soldaten gleichen Dienstgrades, die zueinander in einem Befehlsverhältnis stehen, sowie Soldaten verschiedener Dienstgrade haben einander bei der dienstlichen Anrede mit „Herr“ oder „Frau“ und Dienstgrad anzusprechen; die Beifügung des Familiennamens ist zulässig.

Von 1980 bis 2002 lauteten die Dienstgrade der Generäle des österreichischen Bundesheeres nach Schweizer VorbildBrigadier“ (Bgdr) – „Divisionär“ (Div) – „Korpskommandant“ (KKdt) – „General“ (Gen). Die seither gültigen Dienstgrade traten am 1. Dezember 2002 in Kraft.[1]

Die Sechszack-Sterne, auch Edelweiß genannt, an den Dienstgraden des österreichischen Bundesheeres symbolisieren nach Form und Gestaltung einheitlich für alle Ranggruppen traditionell das heimatliche Alpen-Edelweiß, im Gegensatz zu den sonst üblichen Rangsternen anderer Streitkräfte.

Dienstgradgruppe Generale
Anzug 75 / 03
Rockkragen
Tellerkappe
Rang General* Generalleutnant Generalmajor Brigadier
Abkürzung Gen GenLt GenMjr Bgdr
NATO-Rangcode OF-9 OF-8 OF-7 OF-6
* Der Bundesadler auf der Tellerkappe ist rot unterlegt.
Dienstgradgruppe Offiziere
Anzug 75 / 03
Rockkragen
Waffenfarbe Militärmedizinischer Dienst Wirtschaftsdienst Höherer Technischer Dienst Jäger
Militärstreife
Panzer
Panzergrenadiere
Theresianische
Militärakademie
Veterinärwesen mil-fachlicher Dienst
Tellerkappe
Rang Oberst Oberstleutnant Major Hauptmann Oberleutnant Leutnant Fähnrich
Abkürzung Obst Obstlt Mjr Hptm Olt Lt Fhr
NATO-Rangcode OF-5 OF-4 OF-3 OF-2 OF-1 OD*

*OD = officer designate

Dienstgradgruppe Stabsunteroffiziere Unteroffiziere
Feldanzug
Rockkragen
Waffenfarbe Fernmelder Artillerie
Fliegerabwehr
Garde Aufklärer Sanitäter Flieger
 
Tellerkappe
Rang Vizeleutnant Offiziersstellvertreter Oberstabswachtmeister Stabswachtmeister Oberwachtmeister Wachtmeister
Abkürzung Vzlt OStv OStWm StWm OWm Wm
NATO-Rangcode OR-9 OR-8 OR-7 OR-6 OR-5

Rekruten und Chargen

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Dienstgradgruppe Chargen Rekruten
Anzug 75 / 03
Rockkragen
Waffenfarbe Pioniere Jagdkommando
Heeressport
ABC-Abwehr Jäger
Militärstreife
Tellerkappe
Rang Zugsführer Korporal Gefreiter Rekrut
Abkürzung Zgf Kpl Gfr Rekr
NATO-Rangcode OR-4 OR-3 OR-2 OR-1

Ergänzungen der Dienstgradabzeichen

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Bei Anwärtern auf eine Milizfunktion sowie Fachpersonal gibt es Ergänzungen zu den Dienstgradabzeichen.

Angenommene Freiwillige für eine Mannschaftsfunktion in der Miliz (Rekruten und Chargen) tragen einen waagrechten grünen Streifen über dem Dienstgradabzeichen, Teilnehmer an der Miliz-Unteroffiziersausbildung (Chargen) sowie Einjährig Freiwillige (Rekruten und Chargen) einen silbernen Streifen und Miliz-Offiziersanwärter einen goldenen Streifen (nur Wachtmeister).

Ab dem Wintersemester 2022/23 studieren erstmals sechs Soldaten an der Universität Wien Medizin, sie tragen den Dienstgrad Fähnrich.[2]

Fachpersonal (Ärzte, Veterinäre, Apotheker, Psychologen, Seelsorger, Musiker, Experten) tragen über ihrem Dienstgrad eine eigene Schlaufe mit dem entsprechenden Verwendungsabzeichen.

Militärakademiker (Dienstgrad Fähnrich) tragen entsprechend ihrem Ausbildungsfortschritt goldene waagrechte Streifen über ihrem Dienstgrad (z. B. 3 Streifen für einen Militärakademiker im 3. Jahrgang).

Sonderfall Militärrealgymnasium

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Die Zöglinge des Militärrealgymnasiums trugen ebenfalls Rangabzeichen, welche den jeweiligen Stand der Schulstufe anzeigen. Auf dem Ausgangsanzug waren auf der Schulter schwarze Dienstgradabzeichen angebracht, am Dienstanzug wurden schwarze Rangschlaufen angebracht. Darauf war pro Schulstufe je ein schmaler goldener Streifen angebracht.

Mögliche Funktionen für die jeweiligen Dienstgrade

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Dienstgradgruppe Dienstgrad Mögliche Funktionen
Personen ohne Chargengrad Rekrut
(bis 1998 Wehrmann)[3]
  • Mannschaft
Chargen Gefreiter
  • Mannschaft
Korporal
Zugsführer
  • Mannschaft, GrpKdt - Stv.
Unteroffiziere Wachtmeister
  • Gruppenkommandant
Oberwachtmeister
  • Gruppenkommandant
Stabswachtmeister
  • (Kommandant einer Gruppe bei techn. Truppe)
  • Kommandant eines Zuges
  • Sachbearbeiter im Stab
Oberstabswachtmeister
  • (Kommandant einer Gruppe bei techn. Truppe)
  • Zugskommandant
  • Sachbearbeiter im Stab
Offiziersstellvertreter
  • Zugskommandant
  • Sachbearbeiter im Stab
Vizeleutnant
  • Zugskommandant
  • Sachbearbeiter in einem Stab
Offiziere Fähnrich
Leutnant
  • Zugskommandant
Oberleutnant
  • (Stv.-)Kommandant einer Kompanie
Hauptmann
  • Kommandant einer Kompanie
Major
  • Kommandant eines Bataillons
  • Kommandant einer (Stabs-)Kompanie
  • Funktion im Stab
Oberstleutnant
  • Kommandant eines Bataillons
  • Kommandant einer (Stabs-)Kompanie bei techn. Truppe oder Schule
  • Funktion im Stab und im BMLV
Oberst
  • Kommandant einer Brigade
  • Kommandant eines Regiments
  • Funktion im Stab und im BMLV
  • Verteidigungsattaché
Brigadier[4]
  • Abteilungsleiter in der Zentralstelle des Bundesministeriums für Landesverteidigung
  • Militärkommandanten
  • Brigadekommandanten
  • Kommandant der Heeresunteroffiziersakademie
  • Kommandant der Heerestruppenschule
  • Kommandant der Heereslogistikschule
  • Kommandant der Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule
  • Vorsitzender der Disziplinarkommission für Soldaten
  • Leiter der Adjutantur im Kabinett des Bundesministers für Landesverteidigung
  • Leiter des Materialstabes Luft und
  • Leiter des Instituts für höhere militärische Führung an der Landesverteidigungsakademie
  • Stellvertreter des Kommandanten der Theresianischen Militärakademie
  • Stellvertreter des Leiters des Abwehramtes
  • Chef des Stabes im Kommando Streitkräftebasis
  • Leiter der Führungsgrundgebiete 1 (J 1), 3 (J 3), 4 (J 4), 5 (J 5) und 7 (J 7) im Kommando Streitkräfte
Generalmajor
(bis 2002 Divisionär)
  • Adjutant des Bundespräsidenten
  • Gruppenleiter in der Zentralstelle des Bundesministeriums für Landesverteidigung
  • Stabschef des Bundesministers für Landesverteidigung
  • Kommandant der Theresianischen Militärakademie
  • Kommandant Streitkräftebasis
  • Stellvertreter des Kommandanten des Kommando Streitkräfte
  • Chef des Stabes im Kommando Streitkräfte
  • Leiter des Heeres-Nachrichtenamtes
Generalleutnant
(bis 2002 Korpskommandant)
  • Stellvertretender Chef des Generalstabes in der Zentralstelle des Bundesministeriums für Landesverteidigung
  • Leiter von Sektionen in der Zentralstelle des Bundesministeriums für Landesverteidigung
  • Kommandant Streitkräfte
  • Kommandant der Landesverteidigungsakademie
General
  • Chef des Generalstabes in der Zentralstelle des Bundesministeriums für Landesverteidigung

Dem Dienstgrad nachgestellt werden können u. a. folgende Dienstgradzusätze:

Abkürzung Langform
A Arzt (nur ab Oberleutnant)
aD außer Dienst
dG des Generalstabsdienstes
dhmfD des höheren militärfachlichen Dienstes
dhmtD des höheren militärtechnischen Dienstes
dIntD des Intendanzdienstes
dRes der Reserve
iR in Ruhe

z. B.: MjrA, Lt aD, ObstdG, HptmdhmtD, ObstltdIntD, Olt dRes, Bgdr iR,

Einzelnachweise

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  1. BGBl. II Nr. 418/2002: 418. Verordnung: Führen militärischer Dienstgrade hier – §5
  2. Eigene Studienplätze und mehr Ärzte für das Bundesheer. Abgerufen am 5. Oktober 2022.
  3. 915 der Beilagen zu den Stenographischen Protokollen des Nationalrates XX. GP. (PDF) Österreichisches Parlament, 10. Dezember 1997, S. 51, abgerufen am 19. November 2010: „Im Hinblick auf die geplante Öffnung des Bundesheeres für freiwillige militärische Dienstleistungen von Frauen soll der niederste militärische Dienstgrad statt derzeit „Wehrmann“ künftig einheitlich für beide Geschlechter mit dem Begriff „Rekrut“ bezeichnet werden.“
  4. Dienstgradverordnung 2018 vom 27. Juni 2018. Abgerufen am 16. Februar 2021.