Eduard Perrone

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Eduard Perrone (geboren 1949), selten Edward Perrone geschrieben,[1] ist ein 2019 suspendierter US-amerikanischer traditionalistischer römisch-katholischer Priester im Erzbistum Detroit.[2][3] 2022 wurde er wegen sexueller Missbrauchs Minderjähriger kirchenrechtlich für schuldig befunden.[4][5]

Im Jahr 1998 nahm Perrone Ordensschwestern des Engelwerkes in der Pfarrei Assumption of the Blessed Virgin Mary (auch bekannt als Assumption Grotto, Himmelfahrtsgrotte) in Detroit auf, nachdem er dort als Pfarrer tätig geworden war.[1] 2002 war Eduard Perrone Mitgründer des Hilfswerks Opus Bono Sacerdotii, das der Unterstützung missbrauchsverdächtiger und -überführter Priester diente.[6][7] 2017 führten staatsanwaltliche Ermittlungen wegen Veruntreuung von Spendengeldern zum Rücktritt des gesamten Vorstandes des Hilfswerks, einschließlich Perrones. Das Erzbistum Detroit bat den Heiligen Stuhl um Überprüfung, ob Perrone, der die Gründung des Werkes motiviert hatte, sich selbst an Minderjährigen vergriffen habe.[8][9] Die Kongregation für die Glaubenslehre autorisierte eine kirchenrechtliche Untersuchung der Vorwürfe.[10]

Im Juli 2019 wurde Perrone nach Missbrauchsvorwürfen als Priester suspendiert.[11][3] 2019 nannte ihn das Erzbistum in einer eine Liste von Priestern, die „glaubwürdig sexueller Übergriffe beschuldigt“ wurden. Perrone bestritt, Kinder sexuell missbraucht zu haben.[12] Gleichwohl untersagte ihm das Erzbistum unter Beibehaltung der Unschuldsvermutung vorsorglich das Auftreten als Priester, das Tragen der Soutane und jegliche Ausübung kirchlicher Ämter. Die Leitung der Pfarrei wurde vorsorglich Monsignore Ronald Browne übertragen. Das Erzbistum unter Erzbischof Allen Vigneron rief Zeugen auf, den Bezirksstaatsanwalt von Michigan zwecks weiterer Untersuchungen zu kontaktieren.[2] Dieser übernahm die strafrechtlichen Ermittlungen in allen sieben römisch-katholischen Diözesen Michigans. Perrone bestritt weiterhin die Vorwürfe.[10]

Im Februar 2020 verklagten 20 Anhänger Perrones das Erzbistum Detroit auf Schadenersatz in Höhe von 20 Millionen US$, da der Verlust des Priesters bei ihnen „emotionalen Stress“ hervorgerufen habe.[13][14] Nach Perrones vorläufiger Absetzung wurde dieser von einer weiteren Person der sexuellen Belästigung beschuldigt, was von ihm ebenfalls bestritten wurde.[14] Im Jahr 2020 zog ein Zeuge seine Aussage gegen Perrone, ihn 40 Jahre zuvor vergewaltigt zu haben, zurück; Perrone erhielt nach außergerichtlicher Einigung von der zuständigen Polizeiermittlerin eine Entschädigung in Höhe von 125.000 US$. In den übrigen Anklagepunkten der sexuellen Belästigung wurden die Ermittlungen fortgesetzt; gegen die Polizeibeamtin wurde keine Anklage erhoben. Das Erzbistum leitete den Fall kirchenrechtlich an den Vatikan weiter, die vorläufige Suspendierung Perrones wurde aufrechterhalten.[15]

Im August 2020 verklagte Perrone einen vorgesetzten Priester, Monsignore Michael Bugarin, wegen angeblich falscher Beschuldigungen. Die Ermittlungen gegen Perrone wurden fortgesetzt.[4] Im April 2021 verzichtete die Glaubenskongregation ohne Bewertung der Vorwürfe auf weitere Schritte in diesem Fall und verwies ihn an das Erzbistum zurück. Perrone blieb suspendiert, das Erzbistum Detroit leitete ein kanonisches Disziplinarverfahren gegen den Priester ein. Während des Prozesses behielt Perrone seine finanziellen Bezüge und sein Verteidigungsrecht. Die Erzdiözese Detroit behielt sich vor, erst nach Abschluss des Verfahrens öffentlich Stellung zu beziehen.[16]

Nachdem Perrone kirchenrechtlich des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger für schuldig befunden war,[4][5] akzeptierte er im Februar 2022 das Urteil, bat seine Opfer öffentlich um Entschuldigung und zog sämtliche Berufungen sowie alle Zivilklagen gegen seine Kritiker zurück.[17]

Einzelnachweise

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  1. a b Opus Angelorum: About Us and Our Mission. Opus Sanctorum Angelorum, undatiert, Abruf am 15. Juni 2022, im Internet Archive
  2. a b Regarding Reverend Eduard Perrone. (Memento des Originals vom 21. September 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.aod.org Erzbistum Detroit, 7. Juli 2019
  3. a b Mike Householder, Martha Mendoza: Prominent Detroit priest removed from pulpit. Associated Press vom 7. Juli 2019
  4. a b c Tresa Baldas: Suspended Detroit priest sues fellow priest in abuse case: I had no choice. Detroit Free Press, Abruf am 17. November 2020
  5. a b Church Judges Decide in Fr. Perrone Disciplinary Case. Erzbistum Detroit, 16. Februar 2022
  6. Dan Valenti: Helping Priests in Need. Opus Bono Sacerdotii, 1. Mai 2019
  7. Ana França: Opus Bono Sacerdotii. A história da ONG secreta para padres acusados de abuso sexual. Expresso, 29. Juli 2019
  8. Thomas Spang: «Kein Priester wird abgewiesen» – Kritik an Hilfswerk für beschuldigte Geistliche. Römisch-katholische Kirche in der Schweiz vom 2. August 2019
  9. Martha Mendoza, Juliet Linderman, Garance Burke: Priests accused of sex abuse turned to under-the-radar group. Taiwan News, 29. Juli 2019
  10. a b Christine Roussell: Detroit pastor, founder of accused priest support group, under investigation. Catholic News Agency, 9. Juli 2019
  11. Thomas Spang: Keiner werde abgewiesen: Ein US-Hilfswerk für beschuldigte Priester. katholisch.de vom 3. August 2019
  12. Clergy Credibly Accused of Abuse. Erzbistum Detroit, Abruf am 17. September 2019
  13. Tresa Baldas: Detroit Catholic church parishioners sue to get back ousted priest accused of molestation. Detroit Free Press vom 15. Februar 2020
  14. a b J. D. Flynn: Detroit Catholics say archdiocese fabricated rape charge against pastor. Catholic News Agency, 25. Februar 2020
  15. Tresa Baldas: Suspended priest wins $125K from cop for defamation: She framed me. Detroit Free Press, 17. August 2020, Abruf 26. August 2020
  16. Update on Case Involving Father Eduard Perrone. Archdiocese of Detroit, 13. April 2021, Abruf am 13. Mai 2021
  17. Statement of Public Apology from Reverend Eduard Perrone. Erzdiözese Detroit, 17. Februar 2022