Euphratbrücke der Bagdadbahn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Euphratbrücke der Bagdadbahn
Euphratbrücke der Bagdadbahn
Euphratbrücke der Bagdadbahn
Querung von Euphrat
Ort Karkamış, Türkei / Dscharabulus, Syrien
Konstruktion Halbparabelträger
Gesamtlänge 800 m
Anzahl der Öffnungen 10
Längste Stützweite 80 m
Baubeginn Sommer 1913
Fertigstellung April 1915
Lage
Koordinaten 36° 49′ 49″ N, 38° 1′ 29″ OKoordinaten: 36° 49′ 49″ N, 38° 1′ 29″ O
Euphratbrücke der Bagdadbahn (Türkei)
Euphratbrücke der Bagdadbahn (Türkei)

Die Euphratbrücke der Bagdadbahn (türkisch Karkamış Köprüsü) ist eine eingleisige Eisenbahnbrücke über den Euphrat zwischen dem türkischen Ort Karkamış und dem syrischen Ort Dscharabulus, der früher Djerablisse genannt wurde.

Geografische Lage

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 800 m lange Brücke überquert den durch eine Insel an dieser Stelle in zwei etwa gleich große Arme aufgeteilten Euphrat mit einer Folge von zehn stählernen Halbparabelträgern mit jeweils 80 m Stützweite.[1] Heute ist der Strom hier durch den Tischrin-Damm etwas aufgestaut.

Zur Zeit des Baus der Brücke gehörten sowohl die heutige Türkei als auch Syrien zum Osmanischen Reich. Die Grenze zwischen beiden Staaten entstand nach dem Ersten Weltkrieg. Sie wurde dabei in weiten Strecken – und so auch hier – unmittelbar südlich des Verlaufs der Eisenbahnstrecke gezogen. Die Brücke befindet sich so unmittelbar nördlich der türkisch-syrischen Grenze.

Die Brücke war ein Teil der von Philipp Holzmann als Generalunternehmer unter der Leitung von Otto Riese gebauten Bagdadbahn. Der stählerne Überbau wurde von der Deutsch-Luxemburgischen Bergwerks- und Hütten-AG, Abteilung Dortmunder Union hergestellt und nach den für die preußische Staatsbahn gültigen Vorschriften berechnet. Die Produktion begann im Sommer 1913. Zwischen Herbst 1913 und dem späten Frühjahr 1914 wurden die Einzelteile über Bremen nach Tripolis im heutigen Libanon verschifft und von dort mit der Eisenbahn zur Baustelle transportiert. Seit Ende 1913 waren ein leitender Ingenieur mit einem Werkführer und 15 deutsche Arbeiter sowie 120 Mann örtliches Personal auf der Baustelle tätig. Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges waren vier Brückenfelder fertiggestellt, das fünfte im Bau. Durch die Einberufung eines großen Teils des Personals mussten die Arbeiten zwei Monate unterbrochen werden, konnten danach aber weitgehend planmäßig fortgesetzt werden. Am 30. April 1915 erfolgte die Verkehrsübergabe.[1]

Die Brücke scheint die Zeitläufe gut überstanden zu haben. Im November 2014 wurde jedoch der Zugverkehr auf der Strecke Gaziantep–Karkamış–Nusaybin eingestellt, da der Verkehr unmittelbar entlang der türkisch-syrischen Grenze als zu gefährlich angesehen wurde.[2]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. a b Die Eisenbahnbrücke über den Euphrat im Zuge der Bagdadbahn. In: Zentralblatt der Bauverwaltung. 35. Jahrgang, Nr. 42 (vom 26. Mai 1915) S. 273 (Digitalisat)
  2. Onur Uysal: Trains to Nusaybin Stopped auf Rail Turkey.org