Heinz Boberach

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Heinz Boberach (* 21. November 1929 in Köln; † 21. August 2008) war ein deutscher Archivar des Bundesarchivs in Koblenz und Historiker. Bekannt wurde er vor allem als Herausgeber der 17 Bände umfassenden QuelleneditionMeldungen aus dem Reich“.

Nach dem Abitur 1950 studierte Boberach Geschichte und Latein an der Universität zu Köln. Seine Ausbildung erfolgte 1957–1959 am Bundesarchiv Koblenz und an der Archivschule Marburg, 1959 wurde er an der Universität Köln promoviert. 1974 war er Vertreter des Präsidenten des Bundesarchivs. Boberach war maßgeblich am Ausbau des Bundesarchivs beteiligt, indem er zahlreiche Aktenbestände aus den Reichs- und preußischen Behörden sowie verschiedene Nachlässe übernahm. Diese Unterlagen stützten nicht zuletzt die Anklagen in den Auschwitzprozessen als auch in anderen Verfahren gegen NS-Verbrecher. Neben der seinerzeit noch üblichen Form der gedruckten Findbücher (statt Online-Findmittel) publizierte Boberach in erster Linie für die Forschung zentrale Akten aus der Zeit des Nationalsozialismus. Zuletzt war er Leitender Archivdirektor des Bundesarchivs Koblenz.

Publikationen (Auswahl)

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  • Wahlrechtsfragen im Vormärz. Die Wahlrechtsanschauung im Rheinland 1815–1849 und die Entstehung des Dreiklassenwahlrechts, Droste, Düsseldorf 1959 (Diss.).
  • Jugend unter Hitler, Droste Verlag, Düsseldorf 1988, Gondrom Verlag, 1993.
  • Reichssicherheitshauptamt, Bestand R 58 [Findbuch], Bundesarchiv, Koblenz 2000.
  • Beiträge zur Rheinischen Landesgeschichte und zur Zeitgeschichte, Books on Demand, Norderstedt 2001.
  • Archivar zwischen Akten und Aktualität, Books on Demand, Norderstedt 2004.

Quelleneditionen

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  • Richterbriefe. Dokumente zur Beeinflussung der deutschen Rechtsprechung 1942–1944, Harald Boldt, Boppard 1975 (= Schriften des Bundesarchivs, 21).
  • Meldungen aus dem Reich. Die geheimen Lageberichte des Sicherheitsdienstes der SS 1938–1945. 17 Bände und 1 Registerband, Pawlak, Herrsching 1984/85.
  • mit Horst Zimmermann: Publizistische Quellen zur Geschichte der Revolution von 1848 und ihrer Folgen, Bundesarchiv, Koblenz 1996.
  • mit Werner Röder, Patrik von zur Mühlen, Ingrid Schulze-Bidlingmaier: Quellen zur deutschen politischen Emigration 1933–1945, K. G. Saur, München 1997.
  • mit Joseph Hansen: Rheinische Briefe und Akten zur Geschichte der politischen Bewegung 1830–1850, Droste Verlag, Düsseldorf 1998.

Herausgeberschaften

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  • mit Eckhart G. Franz: In der Gemeinschaft der Völker. Dokumente aus deutschen Archiven über die Beziehungen zwischen Deutschen und anderen Nationen in 11 Jahrhunderten. Bundesarchiv, Koblenz 1984.
  • Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates. Bd. I, Teil 1, K. G. Saur, München 1991.
  • mit Oldrich Sladek u. a.: Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates. Die Überlieferung von Behörden und Einrichtungen des Reichs, der Länder und der NSDAP, K. G. Saur, München 1994.
  • mit Rolf Thommes, Hermann Weiß: Ämter, Abkürzungen, Aktionen des NS-Staates, K. G. Saur, München 1997, ISBN 3-598-11271-8.
  • mit Christiana Abele u. a.: Inventar staatlicher Akten zum Verhältnis von Staat und Kirchen 1933–1945, Band 1–3, Schöningh Verlag, Paderborn 1999.
  • mit Christian Schädlich, Klaus Weinhauer, Otto Wiehmann: Inventar zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung in den staatlichen Archiven der Bundesrepublik Deutschland. Bd. 2/2: Staatsarchiv Hamburg, K. G. Saur, München 1999, ISBN 3-598-23257-8.
  • mit Carsten Nicolaisen, Ruth Papst: Handbuch der deutschen evangelischen Kirchen 1918 bis 1949. Organe – Ämter – Verbände – Personen. Band 1: Überregionale Einrichtungen, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010, ISBN 978-3-525-55784-6.
  • Heinz Boberach in der Rheinland-Pfälzischen Personendatenbank
  • Monatshefte für evangelische Kirchengeschichte des Rheinlandes. 58 (2009), S. 327–330.
  • Tom Wulf, „Täglich klüger werden“: Der Archivar Dr. Heinz Boberach und die Aufarbeitung der NS-Verbrechen (= Villa ten Hompel Aktuell 15), Münster 2011.