Jungschar

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Ankerkreuz

In Deutschland ist die Jungschar die Arbeit für Kinder zwischen ca. 9 und 13 Jahren verschiedener christlicher Verbände wie beispielsweise CVJM, FeG, EC, BESJ, Evangelische Gesellschaft, EFG, EmK oder EJW. Ihr Logo ist meistens das Ankerkreuz, das im Jahr 1920 von Hans Klopfer entworfen wurde.[1]

Logo der Katholischen Jungschar Österreichs

In Österreich und Südtirol ist die Katholische Jungschar Österreich bzw. die Katholische Jungschar Südtirols die Kinderorganisation der katholischen Kirche für Kinder zwischen 8 und 14 Jahren. Im Jahr 1947 gegründet, zählte sie im Jahr 2009 insgesamt 99.000 Kinder als Mitglieder, die in örtlichen Gruppen von 11.200 Gruppenleitern geleitet werden. Der ABÖJ bildet das freikirchliche Jungschar-Netzwerk in Österreich.[2]

In der Schweiz ist die Jungschar eine Bezeichnung für die Kinderarbeit verschiedener (frei-)kirchlicher und überkonfessioneller Jugendverbände wie Bund Evangelischer Schweizer Jungscharen (BESJ), JEMK (Jungschar EMK (Evangelisch-methodistische Kirche) Schweiz) oder des CEVI (Schweizer Verband der christlichen Vereine Junger Frauen und Männer (YMCA, YWCA)). Der katholische Kinder- und Jugendverband Jungwacht Blauring ist eigenständig und hat außer dem ähnlichen Namen (Jungwacht) nichts mit der Jungschar zu tun.[3]

Im Normalfall treffen sich Jungen und Mädchen in jeweils eigenen Gruppen, damit man den Bedürfnissen der Kinder gerecht werden kann. Daneben gibt es aber auch, vor allem in kleineren Orten mit wenig Kindern, gemischte Jungscharen.

Als Leitsatz gelten den deutschen CVJM-Jungscharen folgende Worte, die teilweise nach der Gruppenstunde im Kreis gemeinsam gesprochen werden:

Jesus Christus will der Herr meines Lebens sein.
Er liebt mich, auch wenn ich Fehler mache.
Auf sein Wort will ich hören.
Ich vertraue darauf, dass Jesus mir hilft,
treu und ehrlich, fröhlich und zuverlässig,
kameradschaftlich und dienstbereit zu sein.
Für mein Leben soll gelten:
Mit Jesus Christus „Mutig Voran“

In bündischen Jungscharen (CVJM-Westbund) gelten noch die Jungschar-Zielsätze von Reichsjungscharwart Walter Schinzer:

Als Jungscharler will ich dem Herrn Jesus Christus nachfolgen.
Ich will täglich auf sein Wort hören und ihn bitten,
dass er mir hilft, danach zu leben.
Ich will sein gehorsam und treu im Elternhaus,
wahrhaftig und fleißig in der Schule
und allezeit kameradschaftlich und dienstbereit.
Mein Leben soll dem Herrn Jesus Christus gehören.

Die Jungschargruppen verabschieden sich am Schluss der Jungscharstunde mit dem Jungschargruß »Jungschar mit Jesus Christus mutig voran!«

Zu Beginn der Blütezeit der Jungschararbeit entstand auch ihr heutiges Symbol, das Ankerkreuz. Im Auftrag des Stuttgarter Jungscharführerrings hat es ein Mitglied des CVJM, Hans Klopfer, entworfen. 1920 wurde es das Abzeichen der Stuttgarter Scharen. Noch im gleichen Jahr beschloss der „Reichsverband der Evangelischen Jungmännerbünde und verwandter Bestrebungen“, das Ankerkreuz als Abzeichen für die Mitglieder aller Jungscharen im Reichsverband einzuführen.

Mini-Jungschar

Mini-Jungscharen sind Jungscharen mit wenigen Jungen oder Mädchen.

Kindergruppen

Für die jüngeren (ca. 6–8 Jahre alten) Jungen und Mädchen gibt es das Angebot von Kindergruppen.

Jungschar des Gemeindejugendwerks (GJW) des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden

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Als Leitsatz bezeichnen die Jungschargruppen des GJW das Jungscharversprechen:

Ich will Jesus Christus kennenlernen,
um ihm nachzufolgen, „fest und treu“.
Ich will auf Gottes Wort hören und mich bemühen,
danach zu leben, „fest und treu“.
Ich will mithelfen, dass unsere Jungschargruppe eine frohe christliche Gemeinschaft
werden kann, in der Freundschaft und Kameradschaft möglich sind, „fest und treu“.
Es bleibe dabei: „Fest und treu“.

Bei der Verabschiedung steht die Jungschargruppe traditionell im Kreis, die rechte Hand fasst die linke Hand des linken Nachbarn an, und beenden die Stunde mit einem Gebet.

Viele Jungschargruppen bieten Sommerfreizeiten und Übernachtungswochenenden an, um die Gemeinschaft der Jungscharler und Mitarbeiter mit Gott zu fördern.

Die Jungscharen der Baptisten benutzen zumeist den Abschiedsgruß „Auf Wiedersehn mit Fest und Treu“, wobei zunächst ein Kreis gebildet wird, indem jeder seinen rechten Arm über den linken legt und den Nachbarn an der Hand fasst. Beim Wort „Treu“ werden die Hände losgelassen.

Jungscharen, die als Träger die jeweilige Kirchengemeinde der Landeskirche haben, werden meist in kleineren Orten veranstaltet. Die Koordination liegt dabei beim jeweiligen Bezirksjugendwerk (EJW). In der Jungschar werden den durchschnittlich 8- bis 14-jährigen Kinder Grundlagen der Bibel spielerisch vermittelt, gemeinsam gebetet und versucht ihnen den Glauben näher zu bringen. Aber auch Spiele und Aktionen sind regelmäßiger Teil des Programmes. Die Jungschar wird meist von ehrenamtlichen Mitarbeitern aus der jeweiligen Kirchengemeinde geleitet. Der Leitspruch der Jungscharen lautet: Mit Jesus Christus mutig voran!

Das Ziel der Kinder- und Jungschararbeit im EC ist: „Jesus liebt Kinder – deshalb sollen Kinder Jesus kennenlernen“. Dies geschieht durch Schuleinsätze, Projektarbeiten, bei Straßen- und Spielplatzeinsätzen, Freizeiten, Kinderbibeltagen, Kinderstunden und Jungschartagen, welche entweder direkt vor Ort oder durch die Landesverbände und den EC-Verband organisiert und unterstützt werden.

Jungschar in der katholischen Kirche

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Jungschar nannten sich die Gruppen der 13- bis 14-jährigen Jungen innerhalb der katholischen Sturmschar, ab 1930 Katholischer Jugendmännerverband Deutschlands. 1938 wurde der Verband einschließlich aller Unter- und Nebengliederungen durch die Nationalsozialisten verboten, am 6. Februar 1939 reichsweit aufgelöst.

Die Katholische Jungschar ist Trägerin der außerschulischen kirchlichen Kinderarbeit und Teil der Katholischen Aktion, der Laienbewegung der Kirche. Neben dem Engagement in den Pfarr-Kindergruppen und der Unterstützung von Ministranten und Ministrantinnen setzt sich die Katholische Jungschar als Interessensvertretung vor allem für die Einhaltung von Kinderrechten ein. 1955 wurde mit der Dreikönigsaktion eine Spenden- und Hilfsaktion ins Leben gerufen.

Arbeitskreis Bibelorientierter Österreichischer Jugend (ABÖJ)

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Der ABÖJ ist das Netzwerk der freikirchlichen Kirchengemeinden in Österreich, welche eine Jungschar-Gruppe anbieten. Die Jungschar-Gruppen sind außerschulische Freizeitangebote von Freikirchen und evangelischen Kirchengemeinden für Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 16 Jahren.

Der BESJ ist vor allem in der Deutschschweiz tätig. Die BESJ-Arbeit ist ein ausserschulisches Freizeitangebot von Freikirchen und Evangelischen Landeskirchen für Kinder und Teenager von 6 bis 16 Jahre. Als Jugendverband konzentriert er sich auf die Arbeit unter Jugendlichen in den drei Altersstufen Ameisli, Jungschar und Teenie. Zusätzlich sind auch Sportgruppen dem Verband angeschlossen. Seit neuem existieren beim BESJ auch diverse Computerclubs. Durch ganzheitliche Betreuung, die Geist, Seele und Leib berücksichtigt, sollten die Teilnehmer in ihrer Entwicklung zu eigenständigen Persönlichkeiten gefördert werden.

Als Vision/Mission hält der BESJ fest:

„Alle Kinder und Jugendliche in der Schweiz haben die Möglichkeit das Evangelium so zu hören, dass sie sich für Jesus entscheiden können und in der Jüngerschaft gefördert werden. (nach Matthäus 28,18–20)“

Einzelnachweise

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  1. ProKids und Jungschar. In: www.cvjm.de. CVJM Deutschland, abgerufen am 22. Januar 2024.
  2. Website. In: www.jungschar.at. Katholische Jungschar Österreichs, abgerufen am 22. Januar 2024.
  3. Website. In: jungschar.ch. Jungscharen in der Schweiz, abgerufen am 22. Januar 2024.