M80 Zolja

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M80 Zolja
Allgemeine Information
Militärische Bezeichnung Ručni Raketni Bacač (RBR) M80
Einsatzland Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Serbien, Slowenien
Waffenkategorie Granatwaffe
Ausstattung
Gesamtlänge Transport: 860 mm, feuerbereit: 1.200 mm
Technische Daten
Kaliber 64 mm
Munitionszufuhr Waffe wird geladen geliefert
Feuerarten einmaliger Gebrauch
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Die M80 „Zolja“ (deutsch: M80 „Wespe“, serbisch: M80 „Зоља“) ist eine tragbare Einwegwaffe zur Panzerabwehr im Kaliber 64 mm, die in den ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken Serbien und Mazedonien gefertigt wurde. Die Waffe wurde umfangreich während der Jugoslawienkriege von sämtlichen Konfliktparteien eingesetzt und werden bis heute in den beiden genannten Ländern hergestellt.

Die M80 dient zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen sowie gepanzerten Anlagen und besteht aus dem Abschussrohr und der darin integrierten Hohlladungsgranate. Die Waffe wird von nur einem Schützen bedient und kann nach dem Verschuss nicht mehr nachgeladen werden (Einwegwaffe). Vom Aussehen und der Funktion her, ähnelt sie stark der US-amerikanischen M72 LAW. Die Granate besteht aus dem Gefechtskopf mit Zündsystem und einem flügelstabilisierten Raketenmotor.

Der Gefechtskopf besteht aus der Granathülle mit ballistischer Haube, einer Innenhülle, der Hohlladungseinlage mit dahinter eingebrachtem Sprengstoff und dem Zündsystem UT-PE M80 SP.

Das Zündsystem besteht aus einem Kopf- und einem Bodenteil. Im Kopfteil befindet sich ein Piezoelement, im Bodenteil hingegen ein elektrischer Detonator, der durch den vom Piezoelement erzeugten Strom gezündet wird. Die beiden Teile des Zünders werden über einen Außen- und Innenstromkreis verbunden, welche durch die Metallteile der Granate gebildet werden.

Vor dem Abschuss werden die beiden Klappen am vorderen und hinteren Ende des Rohres abgenommen und das Abschussrohr auseinandergezogen. Nach Herausziehen des Entsicherungshebels hinter der Abzugseinrichtung ist die Waffe feuerbereit. Beim Betätigen des Abzuges wird über ein Anzündhütchen die Anzündschnur und weiters die Raketenmotorladung gezündet. Durch den entstehenden Druck wird die Granate freigegeben und durch die Raketenmotorladung aus dem Rohr getrieben. Die Reste der Anzündeinrichtung werden aus dem Rohr geschleudert. Die Treibladung ist vor dem Verlassen der Granate aus dem Rohr ausgebrannt, dadurch entsteht keine Gefahr für den Schützen. Nach Verlassen des Rohres öffnen sich die Stabilisierungsflügel.

Die Entsicherung des Zünders beginnt beim Abschuss der Granate und ist nach ca. 6 m bis 20 m nach der Mündung beendet. Beim Auftreffen der Granate im Ziel wird das Piezoelement verformt, ein Stromimpuls erzeugt und die Sprengladung über den elektrischen Detonator zur Detonation gebracht. Nach einer Flugzeit von vier bis sechs Sekunden ohne Aufschlag, wird die Granate durch die Selbstzerlegeeinrichtung des Zünders zur Detonation gebracht.

Verpackung und Kennzeichnung

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Ausgeliefert werden die M80 in Holzverschlägen zu je vier Stück, ein voller Verschlag wiegt 27 kg. Die darin befindlichen M80 sind einzeln in Plastikbeutel verschweißt.

Das Abschussrohr und der Gefechtskopf sind mit einem grünen Tarnanstrich versehen, der Raketenmotor mit einem grauen. Abschussrohr, Gefechtskopf und Raketenmotor haben eine gelbe Beschriftung. Am Abschussrohr ist zusätzlich eine Bedienungsanleitung mit schwarzer Grundfarbe und weißer Schrift aufgeklebt.

Startrohr und Hohlladungsgranate
  • Kaliber: 64 mm
  • Länge des Abschussrohres: 860 mm (geschlossen), 1.200 mm (geöffnet)
  • Länge der Granate: 664 mm
  • v0: 190 m/s
  • Einsatzschussweite: 20 m bis 250 m
  • Maximale Schussweite: 1.280 m
  • Gewicht: 3 kg (gesamt), 1,42 kg (Rohr), 1,58 kg (Granate), 128 g (Treibladung)
  • Durchschlagsleistung: 300 mm Panzerstahl

Nach den Kriegen gerieten eine unbekannte Anzahl dieser Waffen in die Hände organisierter Verbrecherbanden und Zivilpersonen und wurden bereits für Anschläge und andere kriminelle Handlungen verwendet.