Nahschnellverkehrszug

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Aus n-Wagen gebildeter Nahschnellverkehrszug mit Steuerwagen voraus, hier auf der Fahrt von München nach Tutzing, aufgenommen 1970 zwischen Planegg und Gauting

Der Nahschnellverkehrszug, abgekürzt N,[1] war eine Zuggattung des Schienenpersonennahverkehrs der Deutschen Bundesbahn (DB) in Ballungsgebieten, die – zusammen mit dem Städteschnellverkehrszug – mit Beginn des Sommerfahrplans am 20. Mai 1951 neu eingeführt wurde.[2] Sie diente als Nachfolger für den, von 1932 bis 1939 sowie erneut ab dem 6. Dezember 1948[3] bestehenden Ruhrschnellverkehr (RSV), war aber nicht mehr auf das Ruhrgebiet begrenzt, sondern bundesweit anzutreffen. Vom Vorgänger übernommen wurde dabei die charakteristische Durchstreichung des Begriffs Nahschnellverkehrszug mit einem roten Diagonalbalken auf Zugzielanzeigern, Zuglaufschildern und Fahrplanheften.[4]

Die zuschlagsfreien[2] Nahschnellverkehrszüge waren unterhalb des Eilzugs (E) angeordnet und bedienten, wie Personenzüge (P), meist ebenfalls alle Unterwegsstationen. Sie zeichneten sich jedoch durch eine höhere Reisegeschwindigkeit aus, weil meist kein Reisegepäck oder Expressgut verladen wurde, sie relativ leicht waren und kurze Fahrgastwechselzeiten sowie eine höhere Höchstgeschwindigkeit aufwiesen. Zum Einsatz kamen ausschließlich Wendezüge oder Triebwagen, gelegentlich waren Nahschnellverkehrszüge auf Teilstrecken des Zuglaufs auch als Eilzug unterwegs.[5]

Anfängliche Untervarianten des Nahschnellverkehrszugs, mit beschränkter Platzzahl und beschränktem Raum für Reisegepäck, waren der Nahschnellverkehrs-Triebwagen (Nt) und der Nahschnellverkehrs-Schienenomnibus (Nto).[2] Zum Fahrplanwechsel am 23. Mai 1971 präzisierte die Deutsche Bundesbahn diese wie folgt:[6]

Ns, Nts und Ntos Nahschnellverkehrszug Personenzüge des Nahverkehrs mit Reisegeschwindigkeiten über 50 km/h
Nsb, Ntsb und Ntosb Nahschnellverkehrszug des Berufsverkehrs Personenzüge des Nahverkehrs mit Reisegeschwindigkeiten über 50 km/h, die überwiegend von Berufsreisenden und Schülern benutzt werden

Zum Fahrplanwechsel am 30. Mai 1976 wurde der Nahschnellverkehrszug schließlich die seit 1969 bestehende Zuggattung Nahverkehrszug integriert.[7] Gleichseitig übernahm diese, zuvor abkürzungslos, das Kürzel N.

Einsatz außerhalb des Ruhrgebiets (Auswahl)

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Über das Ruhrgebiet hinaus verkehrten Nahschnellverkehrszüge wie folgt (beispielhafte Auswahl):

Einzelnachweise

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  1. Bahnbezogene Abkürzungen auf voba-medien.de, abgerufen am 17. April 2021
  2. a b c Bundesbahn-Kaleidoskop: Ein To – was ist das? In: Miniaturbahnen Nr. 8 1951, S. 270
  3. 54 Jahre S-Bahn Rhein-Ruhr auf s-bahn-rhein-ruhr.de, abgerufen am 17. April 2021
  4. München Hbf | Holzkirchner Flügelbahnhofauf doku-des-alltags.de, abgerufen am 21. April 2021
  5. Zuggattungen im Personenverkehr auf db58.de, abgerufen am 17. April 2021
  6. DV 407 A/1 Anhang I nach Berichtigung 1
  7. DV 407 A/1 Anhang I nach Berichtigung 3
  8. Deutsche Bundesbahn (Hrsg.): Amtliches Kursbuch Süddeutschland. Sommerfahrplan 1951, Tab. 401a, 401e.
  9. Deutsche Bundesbahn (Hrsg.): Kursbuch. Gesamtausgabe. Winter 1971/72, Tab. 401a–413a, 424a–429h.
  10. Deutsche Bundesbahn (Hrsg.): Amtliches Kursbuch Süddeutschland. Sommerfahrplan 1951, Tab. 429.
  11. Deutsche Bundesbahn (Hrsg.): Amtliches Kursbuch Süddeutschland. Sommerfahrplan 1951, Tab. 413b–423.
  12. Deutsche Bundesbahn (Hrsg.): Kursbuch. Gesamtausgabe. Winter 1971/72, Tab. 416, 422g.
  13. Deutsche Bundesbahn (Hrsg.): Amtliches Kursbuch Süddeutschland. Sommerfahrplan 1951, Tab. 320–327.
  14. Helmut Lind, Walter Söhnlein: Bahngeschichte: Der Kampf um Fahrgäste in Bad Homburg – Zum Ausblick noch ein Rückblick: Wie war es vor 60 Jahren? In: Pro Bahn Hessen, Fahrgastzeitung, Sonderbeilage zu Nr. 100, November – Dezember 2013, S. 49–50, online auf pro-bahn-hessen.de, abgerufen am 25. März 2023
  15. Eisenbahn Journal 4/2016, S. 34