Rhodium(III)-chlorid

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Kristallstruktur
Struktur von Rhodium(III)-chlorid
_ Rh3+ 0 _ Cl
Allgemeines
Name Rhodium(III)-chlorid
Andere Namen

Rhodiumtrichlorid

Verhältnisformel RhCl3
Kurzbeschreibung

roter Feststoff (wasserfrei), dunkelroter Feststoff (Trihydrat)[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
PubChem 24872
Wikidata Q417410
Eigenschaften
Molare Masse 209,26 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

Zersetzung bei 450 °C[2]

Löslichkeit

löslich (Trihydrat), unlöslich (wasserfrei) in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 290​‐​302​‐​318​‐​341​‐​410
P: 280​‐​301+330+331​‐​305+351+338​‐​310[2]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Rhodium(III)-chlorid ist eine chemische Verbindung aus Rhodium und Chlor, die isotyp zu Aluminiumtrichlorid[3] ist. Rhodiumtrichlorid ist ein dunkelroter bis rotbrauner Feststoff, der in der Natur nur äußerst selten vorkommt. Es ist ein Rhodiumsalz der Salzsäure.

Gewinnung und Darstellung

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Wasserfreies Rhodium(III)-chlorid entsteht bei einer Reaktion zwischen Chlor und Rhodium bei 400 bis max. 800 °C.[1]

Das Trihydrat entsteht bei der Reaktion zwischen Chlorwasserstoffsäure mit frisch hergestelltem gelbem Rhodium(III)-oxid-Hydrat Rh2O3 · 5 H2O und vorsichtigem Eintrocknen auf dem Dampfbad.

Beim Erhitzen von RhCl3 · 3 H2O auf über 100 °C tritt Zersetzung unter Bildung von unlöslichem schwarzem Rhodium(III)-oxid (Rh2O3) ein.

Physikalische Eigenschaften

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Wasserfreies bei bis zu 700 °C hergestelltes Rhodium(III)-chlorid ist ein rosenrotes bis braunrotes in Wasser und Säuren unlösliches amorphes Pulver.[1] Bei über 700 °C hergestelltes Material wird deutlich kristallin. Ab 800 °C sublimiert es zu rotgoldenen Blättchen. Das kirschrote Trihydrat mit der Formel [RhCl3(H2O)3] ist dagegen in Wasser gut löslich.[1] Wasserfreies Rhodiumtrichlorid kristallisiert monoklin, Raumgruppe C2/m (Raumgruppen-Nr. 12)Vorlage:Raumgruppe/12 mit den Gitterparametern a = 5,95 Å, b = 10,3 Å, c = 6,03 Å und β = 109,2°.[4]

Chemische Eigenschaften

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Im Chlorstrom kann wasserfreies Rhodium(III)-chlorid bei 900 °C sublimiert werden. Die Farbe salzsaurer Lösungen von [RhCl3(H2O)3] schlägt langsam von rot nach gelb um. Es treten Hydratisomerien auf[1]:

In den 1960er Jahren zeigte sich, dass es sich als Katalysator für verschiedene Reaktionen eignet, darunter Reaktionen mit Kohlenstoffmonoxid, Wasserstoff und mit Alkenen.

Das Hydrat wird auch als Zusatz für Glanz- und Poliergold oder -platin verwendet.[1]

Einzelnachweise

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  1. a b c d e f g Georg Brauer (Hrsg.) u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band III, Ferdinand Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0.
  2. a b c Eintrag zu Rhodium(III)-chlorid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 20. Januar 2022. (JavaScript erforderlich)
  3. Norman N. Greenwood, Alan Earnshaw: Chemie der Elemente, 1. Auflage, Weinheim 1988, ISBN 3-527-26169-9.
  4. H. Bärnighausen, B.K. Handa: Die Kristallstruktur von Rhodium(III)-chlorid. In: Journal of the Less-Common Metals, 6, 1964, S. 226–231, doi:10.1016/0022-5088(64)90103-1.