Sagaj

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Die turksprachigen Sagaj (Sagaier; chakass. Сағай, ISO-Transliteration Saġaj) sind Teil der des heute als Chakassen bezeichneten Bevölkerung in Chakassien (Süd-Sibirien). Wegen ihrer Sprache gehören sie heute zu den Turkvölkern.

Der sogenannte „klassische Schamanismus“ war die ethnische Religion der Sagaier. Der Ethnologe Klaus E. Müller spricht hier von „Komplexschamanismus“ und meint damit jene Formen, die durch Berührungen mit anderen Religionen und benachbarten Agrargesellschaften eine komplexe Ritualkultur entwickelt haben.[1] Zentrales Requisit ist bei den Sagaiern der Schamanenbaum. Häufig kommt es zu Schamanenkämpfen, die die Hierarchie der Schamanen festlegen.

Die Christianisierung hat bei vielen abgelegenen Völkern Sibiriens nur oberflächlich stattgefunden, so dass synkretistische Mischreligionen heute häufig sind.[2]

  • Jewgeni Schukow u. a.: Sowetskaja istoritscheskaja enziklopedija: Tom 12. Sowetskaja enziklopedija, Moskau 1969, Sp. 454. (russisch)

Einzelnachweise

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  1. Klaus E. Müller: Schamanismus. Heiler, Geister, Rituale. 4. Auflage, C. H. Beck, München 2010 (Originalausgabe 1997), ISBN 978-3-406-41872-3. S. 30–33, 41.
  2. Die kleinen Völker des hohen Nordens und fernen Ostens Rußlands. Gesellschaft für bedrohte Völker - Südtirol, Bozen 1998.