Torbjørn Yggeseth

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Torbjørn Yggeseth
Torbjørn Yggeseth 1960

Torbjørn Yggeseth 1960

Nation Norwegen Norwegen
Geburtstag 18. Juni 1934
Geburtsort AskerNorwegen Norwegen
Sterbedatum 10. Januar 2010
Karriere
Verein Heggedal IL
Medaillenspiegel
Nationale Medaillen 0 × Goldmedaille 1 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
 Norwegische Meisterschaften
Silber 1963 Kristiansand Normalschanze
Skisprung-Weltcup / A-Klasse-Springen
 Vierschanzentournee 2. (1962/63, 1963/64)
 

Torbjørn Yggeseth (* 18. Juni 1934 in Asker; † 10. Januar 2010[1]) war ein norwegischer Skispringer.

Erstmals international erfolgreich war Yggeseth 1959 am Kulm, als er mit 127 Metern den Skiflug-Wettbewerb gewann. Im selben Jahr wurde er als Norwegens Sportler des Jahres geehrt. 1960 trat der für Heggedal IL startende Yggeseth bei den Olympischen Winterspielen 1960 in Squaw Valley an. Auf der Normalschanze wurde er am Ende Fünfter. Ab 1962 startete er bei der Vierschanzentournee. Bereits in seinem ersten Springen am 28. Dezember 1962 in Oberstdorf konnte er mit dem 3. Platz aufs Podium springen. Nach einem 7. Platz in Innsbruck und dem 6. Platz in Garmisch-Partenkirchen konnte er in Bischofshofen sein erstes Springen bei der Tournee gewinnen. Am Ende belegte er so den 2. Platz in der Tournee-Gesamtwertung. Bei der Norwegischen Meisterschaft von der Normalschanze in Kristiansand gewann er hinter Torgeir Brandtzæg die Silbermedaille. Für seine Erfolge wurde er im selben Jahr gemeinsam mit Astrid Sandvik, Pawel Koltschin und Alewtina Koltschina mit der Holmenkollen-Medaille geehrt.

Auch an der Vierschanzentournee 1963/64 nahm er teil und gewann das Auftaktspringen in Oberstdorf. Nach zwei eher mittelmäßigen Springen in Innsbruck und Garmisch-Partenkirchen sprang er in Bischofshofen noch einmal mit Platz drei aufs Podest und belegte so wie im Vorjahr am Ende den 2. Platz in der Gesamtwertung. Einen Monat nach der Tournee gehörte er zum Kader für die Olympischen Winterspiele 1964 in Innsbruck. Auf der Normalschanze sprang er auf den 14. Platz, den er sich punktgleich mit dem Finnen Niilo Halonen und dem US-Amerikaner Gene Kotlarek teilen musste.[2] Von der Großschanze sprang er auf den 28. Platz.[3] Es war sein letzter internationaler Wettkampf.

Yggseth diente in der United States Air Force als Pilot und war danach Mitglied im Skisprungkomitee der FIS. In dieser Funktion erhielt er von Marc Hodler die Genehmigung zur Einführung des Skisprung-Weltcups.

Von 1982[4] bis 2004 war Yggeseth Vorsitzender der Abteilung Skispringen bei der FIS, bevor er durch Jouko Törmänen abgelöst wurde. Yggeseth trat zurück, nachdem ein Streit zwischen ihm und der Springerin Anette Sagen öffentlich wurde. Er sprach sich öffentlich gegen Frauen im Skifliegen aus, obwohl er es 1996 noch gefördert hatte.[5] Bereits 1988 geriet Yggeseth in die Kritik, als er sich offen mit den Worten „Innerhalb der FIS wünschen wir keine solche Entwicklung“ gegen den von Jan Boklöv entwickelten V-Stil aussprach. Er beabsichtigte zudem, Sprungrichter zu entlassen, die diesen Stil nicht mit einem Punkteabzug bewerteten.[6]

Commons: Torbjørn Yggeseth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Thorbjørn Yggeseth er død - VG Nett om Hopp. www.vg.no, abgerufen am 10. Januar 2010.
  2. Ski Jumping at the 1964 Innsbruck Winter Games: Men's Normal Hill, Individual. www.sports-reference.com, archiviert vom Original am 3. November 2009; abgerufen am 29. Mai 2009 (englisch).
  3. Ski Jumping at the 1964 Innsbruck Winter Games: Men's Large Hill, Individual. www.sports-reference.com, archiviert vom Original am 3. November 2009; abgerufen am 29. Mai 2009 (englisch).
  4. Founder of ski-jumping World Cup dies. aipsmedia.com, archiviert vom Original am 13. März 2017; abgerufen am 1. Januar 2024 (englisch).
  5. Gerd von der Lippe: Lasst die Mädchen / Damen springen! www.ladies-jumping.de, archiviert vom Original am 15. März 2012; abgerufen am 29. Mai 2009.
  6. Torbjørn Yggeseth: Eine Schande dass Boklöv Skispringen gewinnt In: Aftenposten, 22. Dezember 1988. Abgerufen am 29. Mai 2009 (norwegisch).