Vanderlei Luxemburgo

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Vanderlei Luxemburgo
Luxemburgo (2017 bei Sport Recife)
Personalia
Voller Name Vanderlei Luxemburgo da Silva
Geburtstag 10. Mai 1952
Geburtsort Nova IguaçuBrasilien
Position Linksaußen
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1971–1978 Flamengo Rio de Janeiro
1978 SC Internacional
1979–1980 Botafogo FR
Stationen als Trainer
Jahre Station
1981 America (RJ) (Co-Trainer)
1981–1982 CR Vasco da Gama (Co-Trainer)
1983 Campo Grande AC
1983 Rio Branco AC
1984 Friburguense AC
1984 Al-Ittihad (Co-Trainer)
1984 Al-Ittihad
1985 EC Democrata
1986–1987 Fluminense Rio de Janeiro U-20
1987 America FC (RJ)
1987–1988 Al-Shabab
1989–1990 CA Bragantino
1991 Guarani FC
1991 Flamengo Rio de Janeiro
1992–1993 AA Ponte Preta
1993–1994 Palmeiras São Paulo
1995 Flamengo Rio de Janeiro
1995 Paraná Clube
1995–1996 Palmeiras São Paulo
1996 Paraná Clube
1997 FC Santos
1998 Corinthians São Paulo
1998–2000 Brasilien
2000 Brasilien Olymp. Spiele
2001 Corinthians São Paulo
2002 Palmeiras São Paulo
2002–2003 Cruzeiro Belo Horizonte
2004 FC Santos
2004–2005 Real Madrid
2006–2007 FC Santos
2008–2009 Palmeiras São Paulo
2009 FC Santos
2010 Atlético Mineiro
2010–2012 Flamengo Rio de Janeiro
2012–2013 Grêmio Porto Alegre
2013 Fluminense Rio de Janeiro
2014–2015 Flamengo Rio de Janeiro
2015 Cruzeiro Belo Horizonte
2016 Tianjin Songjiang
2017 Sport Recife
2019 CR Vasco da Gama
2020 Palmeiras São Paulo
2020 CR Vasco da Gama
2021 Cruzeiro Belo Horizonte
2023 Corinthians São Paulo
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Vanderlei Luxemburgo da Silva, bekannt auch als Wanderley Luxemburgo, denn er verwendet beide Schreibweisen,[1] (* 10. Mai 1952 in Nova Iguaçu) ist ein brasilianischer Fußballtrainer. Als Spieler hatte er in den 1970er Jahren Erfolge mit dem CR Flamengo in Rio de Janeiro. Ab den 1980er Jahren wurde er zum bislang erfolgreichsten Trainer der brasilianischen Fußballgeschichte. Er gewann fünfmal die nationale Meisterschaft mit vier verschiedenen Vereinen. Zudem gewann er zwölf Staatsmeisterschaften. Außerdem war Vanderlei Luxemburgo von 1998 bis 2000 Cheftrainer der brasilianischen Nationalmannschaft.

Der im industriellen Nova Iguaçu nordwestlich von Rio de Janeiro geborene Luxemburgo begann mit dem Fußball Ende der 1960er Jahre in der Staatshauptstadt in der Jugend von Botafogo FR und gewann dort von 1968 bis 1970 drei Staatsmeisterschaften in Serie in seiner Altersgruppe.

1971 kam der noch 18-jährige Linksaußen zum großen Ortsrivalen CR Flamengo, bei dem er sich bald als Stammspieler integrierte. Anfangs wurde er zusätzlich in der Jugend eingesetzt und gewann 1971 und 1972 die Staatsmeisterschaften. Mit der Jugendnationalmannschaft gewann er 1973 und 1974 das Juniorenturnier im südfranzösischen Cannes und fungierte als Spielführer. Mit der ersten Mannschaft Flamengos gewann er 1972, 1974 und 1978 die Staatsmeisterschaften und 1972 das Torneio do Povo. Ab 1974 hatte er bei Flamengo mit dem später 70-fachen Nationalspieler Júnior starke Konkurrenz auf seiner Position.

Nach der Meisterschaft von 1978 wechselte er zum SC Internacional in Porto Alegre, für den er aber kaum zum Einsatz kam. 1980 beendete er wiederum bei Botafogo seine Spielerlaufbahn.

Als Trainer der brasilianischen Fußballnationalmannschaft von 1998 bis 2000 begann Luxemburgo verheißungsvoll mit dem Gewinn der Copa América 1999. Danach häuften sich die Misserfolge. Binnen eines Monats verlor Brasilien in der Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 2002 gegen Paraguay (1:2) und gegen Chile (0:3), die zweite und die dritte brasilianische Niederlage in Qualifikationsspielen überhaupt.[2] Als Brasilien wiederum einen Monat später im Viertelfinale des olympischen Fußballturniers 2000 gegen Kamerun ausschied, wurde er entlassen. Luxemburgos Amtszeit als Trainer gilt in Brasilien als die ruhmloseste in der jüngeren Geschichte der Fußballnationalmannschaft.[3] Die brasilianische Presse warf ihm Wankelhaftigkeit vor, da er in 34 Spielen der Nationalmannschaft 91 verschiedene Spieler einsetzte.[4]

Erfolgreicher war Luxemburgo als Vereinstrainer. Vom 30. Dezember 2004 bis zum 4. Dezember 2005 trainierte er Real Madrid. Vor seinem Wechsel nach Madrid war Luxemburgo beim Pelé-Club FC Santos als Trainer tätig. Mit Santos hatte er ebenso die brasilianische Landesmeisterschaft gewonnen, wie zuvor schon mit drei anderen Vereinen, was nach wie vor Rekord in Brasilien ist.

In der Saison 2013 trainierte er den Fluminense Rio de Janeiro, bis er im Abstiegskampf fünf Spieltage vor Saisonende entlassen wurde. Es wäre ein Novum in der Geschichte des brasilianischen Fußballs gewesen, wäre der Vorjahresmeister abgestiegen. Unter seinem Nachfolger Cristóvão Borges beendete der Verein die Saison auf einem Abstiegsplatz, hielt jedoch aufgrund einer umstrittenen Entscheidung des Sportgerichts doch noch die Klasse.[5]

Nach einer einjährigen Pause übernahm Luxemburgo im Mai 2019 den Série A Klub CR Vasco da Gama.[6] Am Ende der Meisterschaft 2019 verließ er Vasco wieder. Danach unterzeichnete für 2020 bis 2021 zum fünften Mal einen Vertrag bei Palmeiras São Paulo. Am 14. Oktober 2020 entließ der Klub Luxemburgo vorzeitig.[7] Der Klub lag zu dem Zeitpunkt der Série A 2020 am 16. Spieltag auf Platz sieben. Im Oktober 2021 übernahm Luxemburgo wieder Vasco. Er löste den Portugiesen Ricardo Sá Pinto ab, welcher Vasco selbst erst in der laufenden Saison übernommen hatte.[8] Nachdem auch er den Abstieg in die Série B nicht verhindern konnte, wurde am Saisonende wieder entlassen.

Anfang August 2021 gab Cruzeiro zum dritten Mal die Verpflichtung des mittlerweile 69-jährigen bekannt.[9] Der Kontrakt erhielt eine Laufzeit bis Ende 2022. Er wurde aber bereits nach Beendigung der Série B 2021 im Dezember wieder entlassen.[10]

Erst Anfang Mai 2023 erhielt er eine neue Anstellung. Luxemburgo unterzeichnete zum dritten Mal bei Corinthians.[11] Hier war Trainer Alexi Stival nach massiven Protesten, aufgrund einer ehemaligen Verurteilung wegen Vergewaltigung nach dem ersten Spieltag der Série A 2023 zurückgetreten. Nach Beendigung der Meisterschaft im Dezember beendete er hier seine Tätigkeit.

Nationalmannschaft

Vereine

  1. Alex Bellos: Futebol. The Brazilian way of life. Bloomsbury, London 2002. ISBN 0-7475-5403-X. S. 235f. Seit einem Verfahren wegen Steuerhinterziehung unterschreibt er zwar noch mit seinem amtlichen Namen Vanderlei, ansonsten verwendet er seinen „Künstlernamen“ Wanderley.
  2. Alex Bellos: Futebol. The Brazilian way of life. Bloomsbury, London 2002. S. 321.
  3. Alex Bellos: Futebol. The Brazilian way of life. Bloomsbury, London 2002. S. 322.
  4. Alex Bellos: Futebol. The Brazilian way of life. Bloomsbury, London 2002. S. 363.
  5. Sven Goldmann: Fluminense schafft doch noch den Klassenerhalt – vor Gericht. tagesspiegel.de, abgerufen am 7. Januar 2016.
  6. Trainer Vasco 2019, Bericht auf globoesporte.globo.com vom 8. Mai 2019, Seite auf portug., abgerufen am 20. Mai 2019
  7. Entlassung Palmeiras 2020, Bericht auf globo.com vom 14. Oktober 2020, Seite auf portug., abgerufen am 14. Januar 2021
  8. Trainer Vasco 2020, Bericht auf globo.com vom 14. Oktober 2020, Seite auf portug., abgerufen am 14. Januar 2021
  9. Trainer Cruzeiro 2021, Bericht auf globo.com vom 3. August 2021, Seite auf portug., abgerufen am 3. August 2021
  10. Ende Cruzeiro 2021, Bericht auf cnnbrasil.com.br vom 28. Dezember 2021, Seite auf portug., abgerufen am 10. Mai 2023
  11. Trainer Corinthians 2023, Bericht auf globo.com vom 1. Mai 2023, Seite auf portug., abgerufen am 10. Mai 2023