Walchsee (See)

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Walchsee
Blick über den See Richtung Süden
Geographische Lage Tirol, Österreich
Zuflüsse Erzbach, Ramsbach, Moosbach
Abfluss Walchseebach → Weißenbach → KohlenbachGroßacheChiemsee
Orte am Ufer Walchsee
Daten
Koordinaten 47° 38′ 45″ N, 12° 19′ 30″ OKoordinaten: 47° 38′ 45″ N, 12° 19′ 30″ O
Walchsee (See) (Tirol)
Walchsee (See) (Tirol)
Höhe über Meeresspiegel 655 m ü. A.
Fläche 95,3 ha[1]
Länge 1,2 km[1]
Breite 1,2 km[1]
Volumen 11.782.560 m³ [1]
Umfang 5,6 km[1]
Maximale Tiefe 21,2 m[1]
Mittlere Tiefe 12 m[2]
Einzugsgebiet 26,3 km²[2]
Blick über den See Richtung Osten

Der Walchsee ist ein See beim gleichnamigen Ort in Tirol. Er liegt zur Gänze in der Gemeinde Walchsee, das Ostufer gehört jedoch zur Gemeinde Kössen. Mit einer Fläche von knapp 1 km² ist er der viertgrößte natürliche See des Landes Tirol.

Es handelt sich um einen See innerhalb eines Trogtals mit natürlichen Ursprung, der zwischen dem Kaisergebirge im Süden und den Chiemgauer Alpen im Norden liegt. Seine Fläche beträgt 95 ha, die maximale Tiefe 21 m. Der Walchsee besitzt mehrere Zuflüsse, der bedeutendste ist der in den Chiemgauer Alpen auf bayerischem Gebiet entspringende Ramsbach, der am nordwestlichen Ende des Sees einmündet. Der Abfluss erfolgt an der Ostseite über den nur rund 500 m langen Walchseebach in den Weißenbach, der wiederum über den Kohlenbach in die Großache fließt.

Geschichte und Name

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Der See wird im bairischen Herzogsurbar von 1280 erstmals als landesfürstlicher Besitz genannt.[3] Der Name wurde lange, wie beim bayerischen Walchensee, auf die Walchen, die nach der bajuwarischen Landnahme im 5. Jahrhundert sesshaft gebliebene romanische Bevölkerung bezogen.[4] Die Walchentheorie wird in der jüngeren Wissenschaft zurückhaltender gesehen. „Walch“ gilt als mehrdeutiger Namensbestandteil. Er kann als Hinweis auf „romanisch“ gelten (Hinweis auf noch vorhandene romanische Bevölkerung im Frühmittelalter oder als geographischer Hinweis einer Örtlichkeit, die vom namengebenden Betrachter aus Richtung Welschland liegt, aber zum Zeitpunkt der Namensgebung selbst keine romanische Bevölkerung hatte), oder für „feucht, lau, mild“ oder auch für „wälzen, quetschen“.[5] Sowohl Makro- als auch Mikrotoponomatik der Gemeinde Kössen sprechen gegen die Walchentheorie. Die Gegend gehört zu den Gebieten des heutigen Tirols, die als erste im frühen Mittelalter durch die bajuwarische Landnahme deutsch besiedelt wurden.

Rund 64 % des Einzugsgebietes bestehen aus Wäldern und naturnahen Flächen, 26 % werden landwirtschaftlich genutzt. Der Walchsee wird als oligotroph bis schwach mesotroph eingestuft, die Sichttiefe beträgt (im Jahresmittel 2003–2005) 3,5 m.[6] Die zum Teil geringen Sichttiefen sind nicht auf hohe Dichten von Schwebealgen, sondern auf organische Partikel, wie abgestorbenes und zersetztes Pflanzenmaterial oder mineralische Partikel, zurückzuführen.[2] Die (theoretische) Wassererneuerungszeit beträgt 0,3 Jahre.[6]

Zu den im Walchsee vorkommenden Fischarten gehören Hecht, Zander, Renken, Karpfen, Flussbarsch, Forelle und Schleie.[7][8]

Die Wassertemperatur erreicht im Sommer etwa 23 °C[2], was ihn zu einem beliebten Badesee macht. An seinen Ufern befinden sich mehrere Strandbäder und Campingplätze. Daneben wird der See auch gerne zum Surfen, Segeln, Wasserskifahren und Angeln genutzt. Der Walchsee ist auch Schauplatz von Sportereignissen wie dem Triathlon Challenge Walchsee-Kaiserwinkl.

Nach einer Sage lag an der Stelle des Walchsees früher ein schöner, ertragreicher Wald, der von mehreren Anwohnern für sich beansprucht und so zum Zankapfel wurde. Eine Sennerin, die eines Tages durch den Wald ging, um auf der anderen Seite die Kühe zu melken, sah auf dem Hinweg eine kleine mit Wasser gefüllte Grube. Als sie zurückkehren wollte, hatte sich an der Stelle des Waldes ein großer See ausgebreitet. Eine andere Sage berichtet von einer unheimlichen Seefackel, der Seele eines betrogenen Mädchens, das sich mit seinem ungeborenen Kind im Walchsee ertränkt haben soll.[9][10]

Commons: Walchsee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. a b c d e f Landesvermessungsdienst: Tiefenkarte Walchsee (PDF; 1,3 MB).
  2. a b c d Bundesministerium für Gesundheit und Amt der Tiroler Landesregierung (Hrsg.): Badegewässerprofil Walchsee, Uferpromenade. Wien 2011 (PDF; 2,1 MB).
  3. Eduard Widmoser: Tiroler Wappenfibel. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 1978, ISBN 3-7022-1324-4, S. 43.
  4. Otto Mayr: Die Wassernamen Nordtirols und verwandte Bezeichnungen. In: Veröffentlichungen des Museums Ferdinandeum. Band 6, Innsbruck 1927, S. 243 (zobodat.at [PDF; 4,1 MB]).
  5. Jaqueline Reber: Strukturen und Muster in der Namenwelt, Quantitative und qualitative Untersuchungen zum Toponymenbestand der beiden Solothurner Amteien Dorneck-Thierstein und Olten-Gösgen. A. Francke, Tübingen 2014, ISBN 978-3-7720-8533-8, S. 216.
  6. a b Bundesamt für Wasserwirtschaft (Hrsg.): Atlas der natürlichen Seen Österreichs mit einer Fläche ≥ 50 ha. Morphometrie - Typisierung - Trophie. Stand 2005. Schriftenreihe des Bundesamtes für Wasserwirtschaft, Band 29, Wien 2008, S. 102–104 (PDF; 9 MB).
  7. Fischen in Tirol im Kaiserwinkl (Memento des Originals vom 25. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kaiserwinkl.com
  8. Bundesamt für Wasserwirtschaft, Institut für Gewässerökologie, Fischereibiologie und Seenkunde (Hrsg.): Die Fischartengemeinschaften der großen österreichischen Seen. Vergleich zwischen historischer und aktueller Situation. Fischökologische Seentypen. Schriftenreihe des Bundesamtes für Wasserwirtschaft, Band 18, Wien 2003, S. 151 (PDF; 2,8 MB (Memento des Originals vom 20. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.baw.at).
  9. Sagen aus Tirol. Gesammelt und herausgegeben von Ignaz V. Zingerle, Innsbruck 1891, Nr. 641, S. 364–365 (online auf sagen.at).
  10. Anton Karg: Sagen aus dem Kaisergebirge, Kufstein 1926, S. 24 (online auf sagen.at).