Zyperntürken

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Das historische Siedlungsgebiet der Zyperntürken bis 1974 (violett) laut CIA

Zyperntürken (türkisch Kıbrıs Türkleri) sind eine regionale Gruppe der türkischen Ethnie, die auf der Mittelmeerinsel Zypern leben. Sie leben heute größtenteils in der Türkischen Republik Nordzypern und bilden dort den größten Teil der Bevölkerung.

Die Zahl der Zyperntürken wird auf 1.250.000 geschätzt: 500.000 in der Türkei, 300.000 im Vereinigten Königreich, etwa 314.000 in der Türkischen Republik Nordzypern,[1] 120.000 in Australien, 10.000 in Nordamerika, 2.000 in der Republik Zypern, 2.000 in Deutschland und weitere 6.000 in anderen Ländern.[2]

Sprache und Religion

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zyperntürken gehören zu etwa 99 % dem sunnitischen Islam an[3]. Daneben gibt es auch eine kleine alevitische Minderheit[4]. Als Sprache verwenden die Zyperntürken einen Dialekt des Türkischen[5].

Ab 1955 verließen viele Zyperntürken aus wirtschaftlichen und politischen Gründen die Insel; ihre Einwanderungsziele waren die Türkei, Großbritannien und Australien. Durch die Isolation und Handelsembargos gegen die Türkische Republik Nordzypern stoppten die Auswanderungen nicht. Eine genaue Zahl der Zyperntürken, die außerhalb der Insel leben, ist nicht bekannt, jedoch leben mehr Zyperntürken im Ausland als auf Zypern selbst.

Gelegentlich wurden früher die Zyperntürken als Zyprer, die Zyperngriechen hingegen als Zyprioten bezeichnet. Mittlerweile ist generell die Bezeichnung Zyprer für beide Volksgruppen üblich. Keine dieser Bezeichnungen enthält eine abwertende Nuance.

  • Tanar Baybars: Plucked in a far-off land; London: Victor Gollancz, 1970.
  • C. F. Beckingham: The Cypriot Turks; in: Journal of the Royal Central Asian Society 43 (1956), S. 126–130.
  • C. F. Beckingham: The Turks of Cyprus; in: Journal of the Royal Anthropological Institute of Great Britain and Ireland 87 (1957), S. 165–174.
  • C. F. Beckingham: Islam and Turkish nationalism in Cyprus; in: Die Welt des Islam. NS 5 (1957), S. 65–83.
  • Committee on Turkish Affairs: An investigation into matters concerning and affecting the Turkish community in Cyprus: Interim report; Nikosia: Government Printing Office, 1949.
  • Gabriele Intemann, Michael Venhoff (Hrsg.): Diercke-Länderlexikon; Braunschweig: Westermann, 20042; ISBN 3-07-509420-X.
  • Klemens Ludwig: Ethnische Minderheiten in Europa; München: Beck, 1995; ISBN 978-3-406-39215-3.
  • North Cyprus Almanack; London: K. Rüstem, 1987.
  • Robin Oakley: The Turkish peoples of Cyprus; in: Margaret Bainbridge (Hrsg.): The Turkic peoples of the world; New York: Kegan Paul, 1993; S. 85–117
  • Heinz-Gerhard Zimpel (Autor), Ulrich Pietrusky (Bearb.): Lexikon der Weltbevölkerung: Geographie – Kultur – Gesellschaft; Berlin, New York: de Gruyter, 2001; ISBN 3-11-016319-5.

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. http://www.pickupnorthcyprus.com/tr/pages/5/kuzey-kibris-hakkinda
  2. http://www.starkibris.net/index.asp?haberID=125704
  3. https://cordis.europa.eu/article/id/151522-religious-history-of-turkish-cypriots/de
  4. https://www.researchgate.net/publication/292400074_Alevism_in_North_Cyprus_in_the_triangle_of_media_government_and_religion
  5. https://www.jstor.org/stable/10.13173/medilangrevi.14.2002.0009